Mein erstes Mal im Himalaya - Reisetagebuch
Fünf Tage zwischen Lahaul, Zanskar und einem Ort, der alles übertroffen hat
Ich wollte schon lange in den Himalaya. Es war weniger ein konkreter Plan, sondern eher so ein Gedanke, der immer da war. Für diese Reise habe ich deshalb auch kein klassisches Video gemacht, sondern einfach meine Kamera mitgenommen und fotografiert. Das hier ist die Geschichte dieser Reise – chronologisch, so wie sie passiert ist.
Tag 1 – Chandigarh → Manali → Rashil
Der Einstieg in den Himalaya ist weniger trivial, als man vielleicht denkt. Es gibt keine großen Flughäfen mitten in den Bergen, also ging es für mich zuerst nach Chandigarh und von dort weiter mit dem Auto nach Manali. Die Fahrt dauert etwa sechs Stunden und ist schon der erste Teil des Erlebnisses. Irgendwann wacht man auf dem Rücksitz auf, schaut aus dem Fenster und merkt, dass sich die Landschaft langsam verändert – höher, steiler, rauer. Nach einem kurzen Stop für ein klassisches Bergfrühstück mit Maggi-Nudeln kam ich in Manali an, einer touristischen Stadt, die aber eine gute Base für alles ist, was danach kommt. Old Manali war ruhig, entspannt, viele Leute mit genau dem gleichen Ziel: raus in die Berge. Am selben Tag ging es weiter Richtung Norden, durch den Atal Tunnel auf die andere Seite der Berge. Ab dort wurde es sofort wilder – schlechtere Straßen, Flussdurchfahrten, erste Schneereste. Am Nachmittag erreichten wir Rashil, ein kleines Dorf auf etwa 2800 Metern, mit kaum mehr als ein paar Häusern, einem Homestay und etwas Landwirtschaft. Genau dort blieben wir. Das Homestay war einfach, aber unglaublich schön, traditionell eingerichtet mit Teppichen, niedrigen Tischen und viel Holz. Es gab keine Heizung, die Fenster waren einfach verglast und nachts wurde es richtig kalt, aber tagsüber war es durch die Sonne überraschend angenehm. Der erste Abend war ruhig, der Himmel komplett klar und es war dieses Gefühl da, dass man gerade erst angefangen hat.
Tag 2 – Jobrang und das Yor-Festival
Am nächsten Morgen ging es zu Fuß ins Nachbardorf Jobrang. Der Weg führte durch Felder, kleine Tempel und eine Landschaft, die schon jetzt komplett anders wirkte als alles, was ich bisher in Indien gesehen hatte. Im Dorf fand an diesem Tag das Yor-Festival statt, ein lokales Frühlingsritual. Die Zeremonie begann mit einem Zug durch das Dorf, Männer spielten Musik, trugen große handgeschnitzte Masken und bewegten sich langsam durch die Gassen. Die Masken waren massiv, detailliert und wirkten fast surreal. Im Zentrum des Dorfes wurde dann die eigentliche Zeremonie durchgeführt, ein Schneekegel symbolisierte das Ende des Winters und es wurde gesungen, Gras verteilt, Opfergaben gesammelt und später verbrannt. Ein Teil bestand darin, ein Objekt zu werfen, das über die kommende Ernte entscheiden sollte. Was auffiel war, dass es nicht nur ernst war, gegen Ende wurde es fast schon spielerisch, mit humorvollen Einlagen, Interaktion mit den Zuschauern und Menschen, die von den Dächern aus zusahen. Wir waren dort nicht als Touristen unter vielen, sondern eher als Gäste in einem Dorf, das seine eigene Tradition lebt. Am Ende bekam jeder Essen, Chai, Hähnchen und etwas Süßes, einfach und ehrlich. Der Rückweg am Nachmittag war genauso beeindruckend wie der Hinweg, überall Motive, Licht und Details.
Tag 3 – Othang Monastery und erste Höhe
Die Nacht auf 2800 Metern war unruhig, kein wirklicher Schlaf, leichtes Kopfweh, nichts Dramatisches, aber man merkt die Höhe. Der Plan für den Tag war eine Wanderung zum Othang Monastery auf etwa 3500 Metern. Dafür mussten wir erst ins Tal hinunter und dann auf der anderen Seite wieder hoch, und genau da kam der erste echte Unterschied zur gewohnten Höhe, nach wenigen Metern bergauf war ich komplett außer Atem. Es ist ein komisches Gefühl, der Körper signalisiert „zu anstrengend“, obwohl man objektiv nicht viel macht, und sobald man stehen bleibt, ist es wieder okay. Der Weg war teilweise Straße, teilweise Trail, mit beschädigten Abschnitten, kleinen Läden mitten im Nirgendwo und ständig wechselnder Landschaft. Das Kloster selbst war klein und geschlossen, aber der Ort hatte trotzdem eine starke Wirkung mit Gebetsfahnen, bemalten Türen und Blick ins Tal. Für mich war vor allem die Höhe interessant, 3500 Meter waren bis dahin das Maximum, das ich erreicht hatte, und man merkt es. Der Abstieg am Abend war fast noch besser als der Aufstieg, das Licht wurde weicher, die Farben intensiver und man hatte wieder genug Energie, um überhaupt wahrzunehmen, was um einen herum passiert.
Tag 4 – Shinku La und der Weg nach Purne
Am nächsten Morgen ging es weiter mit dem Ziel, über den Shinku La nach Zanskar zu fahren. Schon der Start zeigte, wie die Realität dort aussieht, ein paar Steine auf der Straße und man muss sein Gepäck erstmal selbst ein Stück tragen, nichts Dramatisches, aber genau solche Dinge gehören dort zum Alltag. Die Straße zum Pass war eine Mischung aus Baustelle, Offroad und Landschaft, Schneewände neben dem Auto, beschädigte Abschnitte und Stellen, an denen komplette Infrastruktur von einem Hangrutsch verschoben wurde. Der Shinku La liegt bei etwa 5000 Metern und oben angekommen war es komplett surreal, Wind, Schnee, Gebetsfahnen und ein Gefühl von Höhe, das schwer zu beschreiben ist. Man merkt sofort, dass man dort nicht lange bleiben sollte, wenn man nicht akklimatisiert ist. Mir ging es überraschend gut, ich war kurzatmig, aber ohne Schwindel, wahrscheinlich weil die Tage davor geholfen haben. Auf der anderen Seite wurde die Landschaft noch karger, rote Felsen, breitere Täler und weniger Vegetation. Kurz darauf kamen wir in die Region Ladakh mit stärkerer Militärpräsenz, an einem Checkpoint wurde mein Pass kontrolliert und die Stimmung war etwas angespannter, da kurz davor eine militärische Operation stattgefunden hatte. Am Nachmittag erreichten wir Purne auf etwa 4000 Metern, noch reduzierter als Rashil, kaum Infrastruktur, kaum Internet, nur ein paar Häuser und ein Homestay. Die Nacht war hart, kaum Schlaf, kalte Luft, dünner Sauerstoff, aber genau das gehört dazu.
Tag 5 – Phuktal Monastery
Am nächsten Morgen ging es zum Ziel der Reise, dem Phuktal Monastery. Schon der Weg dorthin war ein Erlebnis, eine Brücke über den Fluss, Gebetsfahnen, ein schmaler Pfad entlang der Felsen, und dann sieht man es zum ersten Mal. Das Kloster ist in eine Höhle gebaut, direkt in die Felswand, es wirkt nicht gebaut, sondern eher so, als wäre es einfach Teil des Berges geworden. Der Ort wird seit über 2000 Jahren genutzt und seit etwa 500 Jahren ist daraus ein Kloster entstanden. Es gibt keinen Ticketschalter, keinen klassischen Eingang, man geht einfach hinein. Drinnen trafen wir Mönche, die uns direkt einluden, uns zu ihnen zu setzen, einer sprach etwas Englisch und erzählte vom Leben dort, von der Schule und vom Alltag, es war kein inszenierter Moment, sondern einfach ein Gespräch. Später zeigte uns ein älterer Mann die Küche, eine Höhle mit riesigen Töpfen und einer Feuerstelle, alles sehr einfach, aber funktional. Im Tempel selbst hat es mich dann wirklich getroffen, nicht auf eine spirituelle Art, sondern eher als Moment, in dem alles zusammenkam. Als Kind habe ich oft auf eine Weltkarte geschaut oder einen Globus im Zimmer gehabt und mich gefragt, wie solche Orte wohl aussehen, Orte, die man kennt, aber nie wirklich greifen kann, und plötzlich sitzt du genau dort. Kein Bildschirm, kein Bild, kein Video, sondern einfach mittendrin, und du merkst, dass es diese Orte wirklich gibt und dass Menschen genau hier leben, jeden Tag. Es war das erste Mal, dass sich Reisen für mich wirklich wie „ankommen“ angefühlt hat, nicht geografisch, sondern im Kopf, nicht als touristischer Spot, sondern als echter Ort. Für mich war das der stärkste Moment der ganzen Reise und wahrscheinlich der intensivste Ort, an dem ich bisher war.
Fazit
Die Reise hat keine unrealistischen Erwartungen erfüllt, sie hat sie einfach übertroffen. Nicht nur wegen der Landschaft, sondern wegen allem zusammen: die Menschen, die Höhe, die Einfachheit und die Kultur. Es war körperlich anstrengend, mental intensiv und gleichzeitig genau das, was ich mir immer vorgestellt habe. Und vor allem: Es war erst der Anfang.
Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI aus meinem originalen englischen Transkript erstellt und anschließend von mir inhaltlich überprüft und freigegeben.